Häufig gestellte Fragen - Seite 3

 

Konservative Therapieformen:

Lokal:

 

 

·         Steroidhältige Externa: werden durch ihre antiinflammatorische Wirkung vor allem bei A. areata und bei durch Autoimmunkrankheiten bedingter Alopezie verwendet.

·         Östrogenhältige Externa: sind in ihrer Wirksamkeit konzentrationsabhängig, daher sollte die Möglichkeit systemischer Nebenwirkungen nicht übersehen werden. Sie sind derzeit weiblichen Patienten mit androgenem Haarausfall vorbehalten.

·         Minoxidil: kann bei diffusem Effiuvium, aber auch bei männlichen Patienten mit androgenem Haarausfall eingesetzt werden. Direkte Effekte der Substanz auf die dermale Papille und die follikulären Haarmatrixzellen sind Teilaspekte des Wirkungsmechanismus.

·         Diphenylcyclopropenon: findet seine Anwendung bei der Alopecia areata. Durch Aufrechterhaltung eines milden Kontaktekzems, hervorgerufen durch wöchentliche Applikation des Kontaktallergens, wird das Haarwachstum stimuliert.

·         Systemisch: Bei nachgewiesenem Eisen-, Spurenelement- oder Vitamin-Mangel sollte dieser ersetzt werden.

·         Gelacet (VitaminA, L-Cystin, Gelatine): die Aminosäure L-Cystin wird dosisabhängig im Haarfollikel eingebaut und übt so einen positiven Effekt auf das Haarwachstum aus. Kann als unterstützende Maßnahme bei allen Effluvien eingenommen werden.

·         Pantogar (Calcium-D-Panthotenat, L-Cystin): Eine wichtige Stellung unter den Vitaminen der B-Gruppe als "Haarvitamin" nimmt die Pantothensäure bzw. Kalzium-D-Pantothenat ein. L-Cystin ist für die strukturellen Eigenschaften des Haares von besonderer Bedeutung und für den Aufbau von Keratin maßgeblich verantwortlich. Es ist geeignet zur Therapie des diffusen Haarausfalles, verbessert die Haarstruktur, und erhöht die Widerstandskraft des Haares gegenüber mechanischen und chemischen Noxen.

·         Diane mite (2mg CPA und 35µg Ethinylestradiol): wird Frauen als Kontrazeptivum bei mäßigem androgenen Effluvium verabreicht.

·         Andro Diane (10mg CPA): in zyclusgerechter Gabe zusätzlich zu Diane mite, erhöht die Wirksamkeit, ist jedoch mittelschweren Formen vorbehalten.

·         Androcur (50mg CPA): sollte nur bei jenen schweren Fällen, die in Kombination mit Akne und Hirsutismus auftreten, angewendet werden. In jedem Fall ist eine vorherige gynäkologische Untersuchung erforderlich.

·         Cimen (2mg Estradiolvalerat, 2mg Estradiolvalerat und 1mg Cyproteronacetat): "klimakterisches Effluvium"

·         Finasterid (5-alpha-Reduktase-Hemmer): Bei oraler Anwendung zeigte sich in einer Studie mit 3200 Probanden bei einer Dosierung von 1mg/kgKG bei 48% nach einem Jahr ein gesteigertes Haarwachstum gegenüber der Placebogruppe, - 1% der Verum- aber auch der Placebogruppe berichteten über antiandrogene Nebenwirkungen.

 

 

Dauerergebnisse:

Bei symptomatischen Alopezien ausgelöst durch Mangelzustände, Hormonstörungen oder als Folge von Medikamenteneinnahme, kann allein durch Therapie der Grundkrankheit bzw. Elimination der iatrogenen Noxe, der Haarausfall gestoppt und entsprechendes Nachwachsen der Haare erzielt werden. Durch Einnahme L-Cystin- und Pantothensäure-hältiger Präparate kann eine Verbesserung der Haarstruktur und der Haardichte erreicht werden. Die zur Zeit wirksamste Behandlungsform der Alopecia areata stellt die Lokaltherapie mit Diphenylcyclopropenon dar. Die konservative Lokaltherapie des androgenen Haarausfalles ist derzeit in ihrer Effektivität auf die Anwendungsdauer begrenzt.

 

 

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